Herbstspaziergang - Kinder entdecken die Schönheit der Natur

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13.11.19 Martinsfest in Holzdorf - Krönender Abschluss

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Thomas Greumuß macht mit einem Gasbrenner das Feuer an und blickt dabei ganz wehmütig in die Flammen. Der Hausmeister der Heideschule Holzdorf geht wie viele Besucher der Veranstaltung davon aus, dass es das letzte gemeinsame Martinsfest mit der Kindertagesstätte „Am Wald“ und der Evangelischen Grundschule des Ortes ist. „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, sagt er und zeigt dabei in die Runde.

 

Die Kinder der drei Einrichtungen toben über den Spielplatz, das Gelände mit dem integrierten Waldstück biete eine tolle Atmosphäre. Den neuen Standort der Schule im Jessener Gewerbegebiet bewertet er mit „nicht optimal“. In seinem Heimatort Prettin gibt es wesentlich schönere Grundstücke. „Ich ziehe aber mit um. Die können mich doch hier nicht allein zurücklassen“, meint er und brennt das zweite Feuer an, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Holzdorf mit bewachen.

 

Drei Lichtsymbole

 

Jürgen Rettel, pädagogischer Mitarbeiter an der Evangelischen Grundschule, und Lehrerin Anne Wolf stellen Gläser auf und platzieren darin Teelichter. „Wir gestalten Krone, Mond und Stern. Zum letzten Mal soll es richtig schön werden. Wir setzen der Veranstaltung sozusagen die Krone auf“, sagen sie und erzählen, dass die leeren Konservengläser das Ergebnis einer umfangreichen Sammelaktion sind.

Erzieherin Simone Weisbrodt von der Kita „Am Wald“ hilft dem Duo beim Aufstellen der drei Lichtsymbole. Sie findet es sehr schade, dass vor Ort eine Tradition wegbrechen wird. „Es war stets eine tolle Zusammenarbeit und es hat Spaß gemacht. Mit den Vorschulkindern sind wir immer zum gemeinsamen Gottesdienst in die Evangelische Kirche gegangen.“

 

Die Geschichte um den Heiligen Martin habe im Vorfeld des Festes in der Kita auf dem Programm gestanden. Im Nachgang sei es um Spielzeug teilen gegangen. „Wir haben nichts kaputt gemacht oder zerteilt. Es ging um die Weitergabe an ein anderes Kind.“

Die Direktorin der Evangelischen Grundschule, Betty Riedel, betont, dass alle kirchlichen Feiertage, die über das Jahr hinweg stattfinden, mit allen Kindern ausführlich besprochen werden. Der Martinstag sei mit dem bereits erwähnten Gottesdienst eingeläutet worden. „Wir wollen den Kindern aber nicht immer die gleichen Geschichten erzählen“ sagt sie und erteilt ihren Schützlingen das Wort.

 

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Diesen hat die Parabel von einem Mann, der in der Not Gottvertrauen mit Sturheit verwechselt, prima gefallen. Gott sagen sie, habe ihm bei Hochwasser die Feuerwehr sowie ein Rettungsboot geschickt, doch dieser hat keinen Strohhalm ergriffen und ist im Endeffekt ertrunken.

Erst als Gott dem Mann erklärt, dass er seine Gebete erhört und Hilfe geschickt hat, sei dem Ertrunkenen ein Licht aufgegangen. Beim Thema letztes Martinsfest auf dem Gelände der Heideschule wirkt Betty Riedel sehr nachdenklich. „Prinzipiell ist wichtig, Traditionen am Leben zu erhalten. Ich kann die Frage aber nicht beantworten, ob wir 2020 nach Jessen fahren.“
Zwiespältige Gefühle

Stephan Noack, der als kommissarischer Leiter der Heideschule Holzdorf eingesetzt ist, schnappt sich das Mikrofon und eröffnet die Veranstaltung. Der 44-Jährige betont, dass ab jetzt ein Abschied in Raten stattfindet und er das Objekt im Herbst 2020 mit einem weinenden und lachenden Auge verlassen wird.

 

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Die Lage in Holzdorf sei zwar fantastisch, andererseits steht dem Lehrerkollegium in Jessen eine topmoderne Schule zur Verfügung. Die Lage Gewerbegebiet biete den Vorteil, sich in den Betrieben vorzustellen, um auf dem kurzen Dienstweg den einen oder anderen Praktikumsplatz zu bekommen.

Lehrerin Ina Nipkow, die den Töpferkurs leitet, sieht dem Umzug skeptisch entgegen. „In ein Industriegebiet zu ziehen, geht gar nicht“, sagt sie. Die Kinder aus einem gewachsenen Umfeld herauszureißen, ebenfalls nicht. Außerdem biete das neue Gebäude nicht mehr Kapazitäten. Die Stücke aus dem Töpferkurs gehen weg wie warme Semmeln.

 

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„Die Kinder bringen auch ihre eigenen Ideen ein“, sagt sie und kassiert den nächsten Kunden ab. Zwei Räume weiter betreut Rita Möbius den Flohmarkt. An der Tür ist ein Schild angebracht, dass jeder den Betrag für das gekaufte Stück selbst festlegt.

 

„Alles gesammelte Werke. Das Geld benötigen wir für unseren neuen Spielplatz“, sagt sie. Der Umzug nach Jessen ist auch hier Diskussionsthema. Die Minuspunkte laufen den Pluspunkten eindeutig den Rang ab. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/martinsfest-in-holzdorf-kroenender-abschluss-33458196

05.07.19 Tränenreicher Abschied

 

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Mit einer Mischung aus Wehmut und Freude wurde Sebastian Thieme aus der Heideschule in Holzdorf verabschiedet. Eingeschult in der Sonnenscheinschule in Wittenberg, wechselte er im Oktober 2007 nach Holzdorf. Nach fast zwölf Jahren wurde der 19-jährige nun feierlich mit der Berufsschulstufe zwei ausgeschult.

 

„Aus dem kleinen Sebastian ist ein großer Junge, ein Mann geworden“, sagte Schulleiter Stephan Noack über den Absolventen, an dem er besonders seinen Fleiß und seine Zuverlässigkeit schätze.

„Ich hoffe wir haben dir das nötige Rüstzeug für dein weiteres Leben gegeben“, fügte Noack hinzu. Im Anschluss an die Rede des Schulleiters, haben die Jungen und Mädchen das Zepter in die Hand genommen, um ihren Mitschüler mit einem Programm gebührend zu verabschieden.

 

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Nachdem einige Schüler mit Klanghölzern musiziert haben, trugen Alexander und Nico aus der Oberstufe ein Gedicht für Sebastian vor. Im Anschluss hatte der Theaterchor Tanz seinen Auftritt zum Lied „Despacito“. Damit haben die Schüler auch noch einmal einen kleinen Auszug aus dem Programm zum Tag der offenen Tür Ende Juni gezeigt.

Rund 150 Gäste waren an dem Tag bei einer „Gluthitze“ gekommen, erzählt Noack. Unter dem Motto „Stars und Sternchen“ wurde auf dem Schulhof den ganzen Nachmittag gefeiert.

 

Neben einer Hüpfburg und Informationsständen von verschiedenen Organisationen, gab es unter anderem auch einen Töpferbasar sowie Kaffee und Kuchen für die Gäste und Schüler.
Trampolin für neue Schule

Und nicht zu vergessen: die Verlosung. Damit wurde schon mal Geld gesammelt für das künftige Highlight am Neubau der Schule. Im Juni war der Spatenstich für das neue Schulhaus der Heideschule im Gewerbepark Jessen. Auf dem Schulhof soll es künftig ein in den Boden eingelassenes Trampolin geben.

Schon 2008 sei ein Umzug der Schule aus dem jetzigen Gebäude im Gespräch gewesen, erklärt Stephan Noack. „Wir freuen uns darauf, dass dann alles modern und behindertengerecht ausgebaut ist“, ergänzt der Schulleiter. Bei den Planungen hält die Schule regelmäßig Rücksprachen mit den Verantwortlichen. Noack hofft nun, dass das neue Haus im Laufe des Schuljahres 2020/21 bezogen werden kann.

Mit der Verlegung des Standortes in das Gewerbegebiet plant er Partnerschaften zur benachbarten Behindertenwerkstatt und zum DRK aufzubauen. Auch freut er sich auf die große Aula, die im jetzigen Gebäude fehlt. Jetzt, so Noack, steckt er aber erstmal mitten in den Vorbereitungen für das nächste Schuljahr. Sebastian Thieme wird das als Schüler der Heideschule nicht mehr erleben.

Er wird, so seine Klassenlehrerin Daniela Kösterke, wahrscheinlich eine unterstützte Beschäftigung beim Internationalen Bund erhalten. „Gib jeden Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu werden“, gibt sie Sebastian in ihrer Rede mit auf dem Weg.
Großer Trennungsschmerz

Beim Überreichen des traditionellen Geschenkes, einen Wanderstock, welcher ihn durch sein Leben begleiten soll, ist der Schulabgänger sichtlich gerührt. Bei aller Freude mit und für Sebastian liegt bei der Feier aber auch etwas Trauer in der Luft. Bei seinen Mitschülern kullern ein paar Tränen während der Verabschiedung. „Hier hab ich meine Freunde gefunden und die beste Lehrerin“, erzählt Sebastian Thieme, bevor er Daniela Kösterke mit Tränen in den Augen noch einmal um den Hals fällt. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/heideschule-holzdorf-traenenreicher-abschied-32809512




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