Holzdorfer Heideschüler bereiten Suppe mit Sauerampfer

Arnsdorf -
„Das soll unser Mittagessen zum Wandertag werden?“ Yannick, Nico und Tschay sind misstrauisch. Sie schnuppern an dem grünen Wiesenkraut, das im Garten des Arnsdorfer Vierseitenhofes wächst, kosten davon und verziehen ihr Gesicht: „Iii ist das sauer!“, kommentieren sie.
Hausherrin Corinna Passoth schmunzelt: „Deswegen heißt es Sauerampfer. Das ist als Suppe oder im Salat total lecker und gesund“, klärt sie auf. Davon sind die Jungs erst mal gar nicht überzeugt.

 

Doch immerhin wurden sie und die anderen Schüler der Unter- und Mittelstufe aus der Holzdorfer Heideschule bereits mit merkwürdigen Getränken begrüßt: Minzwasser, ein Brennesseltrunk sowie Holunderlimonade. Und alles hat wunderbar geschmeckt! Selbst Cornelia Eichberg, Bärbel Kasselt und Sonja Sprößig, die begleitenden Lehrerinnen, waren davon überrascht.

 

Also pflücken die Jungs einen ganzen Berg voll saurer Blätter und waschen sie gründlich. Dann kommt „das Grünzeug“ in einen großen Topf mit Wasser und wird auf dem „Oma-Herd“ mitten auf dem Hof gekocht. Staunend und mit der gebotenen Vorsicht verfolgen die Schüler, wie sich die Farbe der Blätter und ihre Form verändert. Nach einigen Minuten wird alles gemeinsam mit gekochten Kartoffeln mittels „Zauberstab“ püriert, mit Schmand verfeinert und mit Kräutern und Gewürzen abgeschmeckt.

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Als Beigabe sind geröstete Semmelwürfel vorgesehen, die aber erst am Tisch in die Suppe kommen. Zu dieser Hauptspeise gibt es Smoothies aus verschiedenen Früchten, aromatisiert mit frisch geschnittener Pfefferminze und Zitronenmelisse. Das haben Nico, Patrick und Severin gut gemixt. Die Nachspeise ist etwas aufwändiger: Aus vielen Eiern, Kartoffelstärke und etwas Zucker wird ein Teig bereitet, der im altertümlichen Waffeleisen zu einem riesigen Berg knusprig-duftender Waffeln gebacken wird.
Endlich sitzen alle rings um den großen Tisch und lassen sich das Drei-Gänge-Menü munden. Der große Topf leert sich zusehends, ebenso das Getränk - und von den Waffeln zeugen am Ende nur die Zuckerschnuten. Zudem haben die Kinder gemeinsam mit Siegfried Kramer im Garten Kamillenstecklinge ausgegraben und in Töpfe gepflanzt.

 

Zum Abschied darf sich jeder seinen eigenen kleinen „Kräutergarten“ nach Hause mitnehmen. Wer ihn weiterhin gut pflegt, kann bald Teeblüten ernten.
››Am heutigen Mittwoch ab 14 Uhr lädt die Heideschule Holzdorf, eine Einrichtung mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, zum Tag der offenen Tür ein.

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Tag der offenen Tür Optimistisches Selbstbild an Heideschule

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„Bitte tragen Sie sich ins Gästebuch ein.“ Am Eingang zur Heideschule in Holzdorf-Ost - eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung - begrüßen Schüler der Oberstufe die Besucher am Mittwochnachmittag zum Tag der offenen Tür. Dabei fällt eine Schülerin auf, die ungelenk in Hackenschuhen umherstakst.
Das Geheimnis des ungewöhnlichen Aufzugs von Jasmin wie auch weiterer Mitschüler, die in Kittelschürze, Arbeitskleidung, altmodischen Badeanzügen oder in Arbeitskluft hinter der Bühne stehen, wird im Verlauf des bunten Programms unter dem Motto „So sind wir“ gelüftet.

 

In mehr als einer Stunde erzählen die Schüler aller Unterrichtsstufen und Freizeitgruppen in Liedern und Tänzen über sich, ihren Schulalltag, ihre Hobbys. Im Publikum sitzen Angehörige der Schüler, Therapeuten, Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) und auch Kinder und Lehrer der Evangelischen Grundschule Holzdorf zeigen ihre Verbundenheit mit der Einrichtung.
„Es fällt immer schwerer, solche Veranstaltungen zu organisieren“, sagt Schulleiter Thomas Döring zur Begrüßung. „Es fehlt an Lehrern und Erziehern.“ Zehn Lehrkräfte, sechs Pädagogische Mitarbeiter und je ein Betreuer und eine Therapeutin arbeiten in sechs Klassen mit 50 Schülern. Mit 8,3 Schülern im Schnitt sei die Klassenstärke schon zu groß: „Der Teiler muss bei sieben liegen“, so der Schulleiter, der zudem noch Unterricht in Grundschulen für Schüler mit besonderem Förderbedarf absichern muss.

 

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Aber es soll ja besser werden. Die zwei Lehrer, die uns fehlen, hat das Ministerium zum neuen Schuljahr ausgeschrieben“, gibt er sich optimistisch. Fröhlich-optimistische Stimmung verbreiten dann auch die Schüler mit ihren Darbietungen. Die Jüngsten machen mit ihrem „Lied über mich“ deutlich, dass sie nicht anders sind als andere Kinder.
Was oft passiert, wenn etwas Fremdes, Andersartiges auftaucht, zeigen die Schüler der Unterstufe II mit ihrem Tanz „Die Blaukarierten“, und auch dass Ausgrenzung nicht sein muss, wenn man sich auf das Fremde einlässt. Die Mittelstufe - „Wir sind eine musikalische Klasse.“ - trommelt und nimmt dabei das Publikum mit.
Von der Oberstufe - und hier wird das Rätsel gelöst - kommt eine nicht ernst gemeinte Modenschau mit den besten Outfits für die Aktivitäten an der Schule vom Kochen über das Schwimmen bis hin zur Klassenfahrt. Die Freizeitgruppe Tanz, Chor, Theater legt mehr als eine flotte Sohle aufs Parkett und bevor sich zum Abschluss die Berufsschulstufe auf humorvolle Weise vorstellt, gelingt der Freizeitgruppe Trommeln fehlerlos der lang geübte Tusch.
Im Anschluss bildet sich am Kuchenbuffet, für das die Mutter eines ehemaligen Schülers allein sechs Kuchen g

ebracht hat, eine lange Schlange wie auch beim Verkauf der Schülerfirma von Keramik und Holzarbeiten.

 

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Die Adventszeit kann beginnen

50 schokoladengefüllte Weihnachtskalender und eine große Kiste voller Äpfel hat die Heideschule in Holzdorf-Ost geschenkt bekommen. Spender ist der Rewe-Markt Jessen.

 

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Inhaber Frank Jähnel sorgte damit für eine Überraschung in der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung. Dadurch sei nun gesichert, dass jedes der hier lernenden Kinder am 1. Dezember ein erstes Türchen öffnen könne, hieß es aus der Bildungseinrichtung, die sich bedankt für die Gaben.

Martinsfest in Holzdorf Hochbetrieb am Feuer

Langsam wird es kälter. Josephine Dziubaty zieht die Mütze über beide Ohren und wartet ganz geduldig bis das Lagerfeuer angezündet wird. Die Achtjährige aus der Evangelischen Grundschule Holzdorf findet das traditionelle Martinsfest, das Gastgeber Heideschule, ihre Bildungseinrichtung und der Integrative Kindergarten „Am Wald“ des Ortes seit Jahren gemeinsam feiern, „ganz toll.“

Die Drittklässlerin liebt die Lagerfeuerromantik, den Kontakt mit anderen Kindern und dem im Feuer brutzelnden Knüppelkuchen. „Ich bin zum dritten Mal hier. Und es ist immer wieder super“, betont sie und signalisiert ihrer Schulleiterin Betty Riedel, dass im Prinzip alles gesagt ist. Sekunden später steht Josephine Dziubaty am „Herd“ und bereitet ihr Lieblingsgericht zu.

 

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Lampenfieber vor Auftritt

Elia Etienne Müller hat zu diesem Zeitpunkt seinen großen Auftritt bereits hinter sich. Der Achtjährige aus der Heideschule erzählt, dass er „ganz schön aufgeregt“ gewesen ist. Zusammen mit seinen Klassenkameraden der Unterstufe/Mittelstufe vor vielen Zuschauern das Martinslied zu singen, sei schließlich eine Herausforderung.

 

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Aufführung an Heideschule Holzdorf Lustige Zeitreise

Die Zeiten haben sich geändert. Maria und Josef ziehen nach der von Kaiser Augustus angeordneten Volkszählung mit Beauty Case und Rollkoffer Richtung Bethlehem, die Heiligen Drei Könige benutzen zur Sterndeutung ein Fernglas und im Geburtsort von Jesus Christus treibt das Ordnungsamt sein Unwesen.
Wer seinen Esel falsch parkt, zahlt ein Strafgeld. Die von Daniela Kösterke und Anja Hammerlik inszenierte und etwas abgewandelte Weihnachtsgeschichte kommt bei den Gästen gut an. Die Darsteller sorgen in der Aula für viel Heiterkeit und erhalten als Anerkennung ordentlich Applaus.

 

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Im Vorbereitungsraum nebenan herrscht Aufregung pur. Die Künstler lauschen an der Tür und warten auf ihren Einsatz. Mit unter den Besuchern ist auch die Bundeswehr. „Wir haben die Einladung gern angenommen“, sagt Oberstleutnant Hans-Jörg Perlitz, der die Vorstellungen in der Holzdorfer Heideschule stets beeindruckend findet.
Mit leeren Händen sind die Gäste aus dem benachbarten Objekt nicht gekommen. Da die Versorgungseinheit Pate der Bildungseinrichtung ist, übergibt Oberstabsfeldwebel Jens Waldheim einen Korb voller Geschenke.
Für Betty Riedel ist der Besuch ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. „Wir führen einige Projekte gemeinsam durch“, verrät die Direktorin der Evangelischen Grundschule, der es am Herzen liegt, dass Menschen mit Handicap eine besondere Wertschätzung erfahren sollen. „Es ist doch eine hohe Kunst, sich Texte und Melodien gleichzeitig einzuprägen.

 

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Die Kinder leisten eine hervorragende Arbeit“, schiebt sie nach. Betty Riedel gefällt das Stück. Bei manch spaßigen Szenen ist die Direktorin völlig aus dem Häuschen.
Trotz intensiver Vorbereitung funktioniert nicht alles wie am Schnürchen. Auch die erwachsenen Darsteller kommen aus dem Rhythmus, verwechseln im Dialog Namen und sorgen für unfreiwillige Situationskomik. Die beiden Initiatoren sind mit in das Programm eingebunden. Anja Hammerlik spielt einen der drei Könige, Daniela Kösterke verteilt als Römerin verkleidet in Bethlehem zusammen mit René Lösche Strafzettel.
„Die Ideen haben wir im Internet gefunden und dann langsam ein Theaterstück daraus gebastelt“, erzählen die beiden Frauen. Im September sei der Proben-Start erfolgt. Diese sind fast immer reibungslos über die Bühne gegangen, sagen Kösterke und Hammerlik. Sogar der Aufbau der Requisiten ist super gelaufen. Insgesamt sind 20 Darsteller in die einstündige Aufführung eingebunden.
Der Direktor der Heideschule, Thomas Döring, sitzt mit Tränen in den Augen in der ersten Reihe. Minuten zuvor hat der 52-Jährige noch jeden Besucher an der Eingangstür persönlich begrüßt. Aufgrund des großen Interesses und der etwas zu kleinen Aula findet die Party an zwei Tagen nacheinander statt. Döring ist stolz, dass viele Pädagogen aus befreundeten Schulen extra nach Holzdorf gekommen sind.
Aus seiner Sicht sei es zauberhaft, wie toll die Kinder spielen. Auf der Bühne vor Publikum aufzutreten, ist nicht Jedermanns Ding. Der Direktor gibt auch den Startschuss. „Habt ihr Lust?“, ruft er den aufgeregten Schauspielern zu und erntet den Bruchteil einer Sekunde später ein schallendes „Ja“. (mz)

 

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„Alte Römer“ auf der Theaterbühne

Wie in einer Wichtel-Werkstatt ging es während der Weihnachtsprojektwoche in der Heideschule in Holzdorf-Ost zu. Das bevorstehende Fest der Feste beherrschte alle Aktivitäten in den Unterrichtsräumen.

Das Anliegen der Projektwoche umriss Thomas Döring, er leitet die Bildungseinrichtung mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, so: „Wir wollen die Schule weihnachtlich schmücken und die Kinder auf die Weihnachtszeit einstimmen.“ 49 Mädchen und Jungen besuchen die Förderschule derzeit.

 

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Sie befassten sich beispielsweise mit dem Herstellen von Weihnachtsgestecken, Plätzchen wurden gebacken und man informierte sich über weihnachtliche Bräuche. „Die Kinder haben die Möglichkeit, in der Schultöpferei oder im Werkenraum ihre motorischen Fähigkeiten zu trainieren und kleine Weihnachtsgeschenke herzustellen“, sagte Thomas Döring, der auch als Werkenlehrer fungiert und sich gerade über neue Schränke und Hocker für seinen Unterrichtsraum freut, im Gespräch mit der MZ.

 

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All die Basteleien werden dann beim Weihnachtsbasar angeboten, der zu den traditionellen Theateraufführungen am 19. Dezember (für Sponsoren) und am 20. Dezember (für die Eltern, jeweils ab 10 Uhr) in der Heideschule seine Pforten öffnet.

„Dafür“, so der Leiter der Bildungsstätte, „arbeitet auch unsere Schülerfirma ,1.000 Wundersachen’ intensiv an der Fertigstellung von ... ,1.000 Wundersachen’“, wie er nach kurzem Überlegen die vielen Geschenkideen zusammenfasst, die bis dahin umgesetzt werden.

Wozu u.a. lustige Deko-Weihnachtsbäumchen zählen, die farbenfrohe „Zipfelmützen“ tragen, und alte Weinreben, die man zu Kerzenhaltern umfunktioniert hat.

Doch in der Weihnachtsprojektwoche wurde nicht nur fleißig gewerkelt und viel Neues dazugelernt. Es gab auch eine handfeste Advents-Überraschung für alle Heideschüler, nämlich einen Ausflug zum Theater Dessau. Dort durften sie „Aladin und die Wunderlampe“ erleben.

 

Für die eigenen Theateraufführungen am 19. und 20. Dezember - Generalprobe ist am 18. Dezember - laufen die Vorbereitungen mit Stückauswahl und Requisiten-Bau schon seit Ende August. Dargeboten werden übrigens zwei Stücke nacheinander: Die kleineren Heideschüler spielen den „Hilfsweihnachtsmann“ (der Bärtige muss sich darin Verstärkung suchen) und die älteren Kinder mit den Lehrern „Immer diese Römer“.

Letztere Aufführung verknüpft die lustig aufbereitete klassische Weihnachtsgeschichte mit historischen Fakten. Beide Stücke erstrecken sich über jeweils etwa 20 Minuten. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/heideschule-holzdorf--alte-roemer--auf-der-theaterbuehne-29264698




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