2018

Leserärger Bald Licht im Dunkeln

b_jeslicht_181018.jpg

 

Michelle Krause hat einen ganz speziellen Weihnachtswunsch. Das elfjährige Mädchen aus Jessen will auf dem Weg zur Schule nicht mehr im Dunkeln stehen. „Morgens um 6.30 Uhr herrscht auf der Bundesstraße 187 Hochbetrieb“, sagt Vater Jürgen Krause, der seine Tochter täglich über die stark frequentierte Straße zum Schulbus begleitet.

Das Problem: Die vier Straßenlaternen auf der gegenüberliegenden Seite ihres Grundstücks sind defekt. „Es ist blöd. Wir sehen die Radfahrer nicht“, meint die Schülerin. Sie will damit andeuten, dass nicht alle Pedalritter Licht am Rad haben.

Der alleinerziehende Familienvater von drei Kindern hat sich bereits eine Jacke mit Reflektoren plus eine Taschenlampe zugelegt, damit der Busfahrer der Annaburger Firma Transmobil das Duo nicht übersieht. Bis zum Herbst, so Krause, läuft alles wie am Schnürchen. Doch wenn die Tage kürzer werden, macht es seiner Tochter immer weniger Spaß, in die Heideschule nach Holzdorf zu fahren.

Seine Jungs, sagt er, fahren mit dem Fahrrad in die Sekundarschule Jessen-Nord und sind selbstständig. „Die kann ich mit dem ICE losschicken.“ Bei Michelle verhält sich die Sache etwas anders. Das Mädchen besucht die Förderschule und muss zum Bus gebracht werden. Jürgen Krause spricht von einer Lernschwäche, anderseits will er als Oberhaupt der Familie absolut auf Nummer sicher gehen, dass Michelle wirklich unfallfrei die Straße überquert.

Sie sei verträumt. Wenn ihr etwas einfällt, bleibt sie auf der Fahrbahn stehen. Das Risiko sei ihm einfach zu groß, sagt er, denn ein Familienvater hat schließlich Verantwortung für seine Kinder. Prinzipiell ist Michelle ein ganz normales Mädchen. Sie kocht gern, verbringt die Schulferien im örtlichen Freizeittreff. Aufkommende Pubertätsschwierigkeiten sind normal.

Eine schnelle Lösung des Problems kann Krause nicht anbieten. „Ich werde nicht erwarten, dass Transmobil meine Tochter täglich an der Sprint-Tankstelle abholt.“ Die gegenüberliegende Grundstückseinfahrt - er selber wohnt in der Rehainer Straße - ist ein idealer Treffpunkt, doch sie liegt in den Morgenstunden wie erwähnt im Dunkeln. Nachbarin Silvia Pflug kann Krause verstehen. Die Laternen gehen seit etwa einem Jahr nicht an, irgendwie fühlt sich keiner für das Dilemma zuständig.

Die Stadtverwaltung Jessen versucht bereits aktiv, Licht ins Dunkel zu bringen. In einem Schreiben von Pressesprecherin Anja Richter-Nowak heißt es wörtlich: „Die Straßenbeleuchtungsanlage in einem größeren Abschnitt der Rehainer Straße ist seit Wochen defekt. Es gibt keinen Zusammenhang mit dem Bau der Sprint-Tankstelle. Die Fehlersuche durch die Elektrofirma hat ergeben, dass das Erdkabel auf längeren Strecken ausgewechselt werden muss. Es handelt sich um eine defekte Altanlage mit Erdverkabelung (Alu-Kabel). Das Bauamt holt derzeit die Genehmigung der Landesstraßenbaubehörde Dessau für die Benutzung der Bundesstraße ein und parallel wird eine Tiefbaufirma für die Erdarbeiten gesucht. Die Reparaturmaßnahme soll dann so schnell wie möglich durchgeführt werden, voraussichtlich im November“.

Krause ist überrascht, wie schnell jemand zuständig sein kann. Er selbst habe in der Verwaltung sein Problem geschildert. Doch nach dem Gespräch sei er mit dem Gefühl nach Hause gegangen, dass die Sache im Sand verläuft.

Für seine Tochter Michelle ist die Aussage der Stadtverwaltung das anvisierte Weihnachtsgeschenk. Vorausgesetzt, es läuft alles wie am Schnürchen. „Endlich nicht mehr in der Dunkelheit auf den Bus warten“, blickt sie voraus und holt sich die Glückwünsche ihrer Brüder Pascal und Maurice ab.

Mit dem ständigen Straßenverkehr, sagt die Elfjährige, kommt sie klar, doch als Verkehrsteilnehmerin will sie nicht übersehen werden. „Das Ende ist in Sicht“, sagt ihr Vater und trägt den Ranzen über die Straße.

(mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/leseraerger--bald-licht-im-dunkeln-31459130

2018

Leserärger in Jessen Stadt hält gegebenes Versprechen

„So ein teures Weihnachtsgeschenk bekommt nicht jedes Kind“, sagt Jürgen Krause und läuft strahlend an der neuen Straßenbeleuchtung vorbei. „Einfach nur super“, ergänzt seine Tochter Michelle, die das Baugeschehen am Fenster verfolgt hat. Die Zwölfjährige erzählt, dass sie total aufgeregt gewesen ist. „Exakt um 16.10 Uhr ist an den Straßenlaternen das Licht angegangen“, sagt sie und betont, dass sie in Zukunft ohne Angst im Schulranzen die Rehainer Straße überqueren wird.

 

Erster Redaktionsbesuch

 

Rückblick: Im Oktober hat der Familienvater die MZ-Redaktion in Jessen aufgesucht und das Problem defekte Straßenbeleuchtung angesprochen. Seine Tochter wird jeden Tag von der Annaburger Firma Transmobil zur Heideschule Holzdorf gebracht, doch die Überquerung der Bundesstraße 187 avanciert gegen 6.30 Uhr zur täglichen Herausforderung.

 

b_michelle_und_juergen_krause_221218.jpg

 

„Zu dieser Zeit herrscht Hochbetrieb“, sagt er. Zudem ist der Radweg - hier wartet das Duo auf den Kleinbus - unbeleuchtet und bildet eine zusätzliche Gefahrenquelle. Zur täglichen Sicherheitsausrüstung gehören Jacken mit Reflektoren und Taschenlampen, damit das Duo im Dunkeln nicht übersehen werden kann.

Auf Anfrage der MZ heißt es damals in einem Schreiben der Jessener Stadtverwaltung: „Das Bauamt holt derzeit die Genehmigung der Landesstraßenbaubehörde Dessau für die Benutzung der Bundesstraße ein. Parallel wird eine Tiefbaufirma für die Erdarbeiten gesucht. Die Reparaturmaßnahme soll dann so schnell wie möglich durchgeführt werden, voraussichtlich im November“.

 

Zweiter Kontakt

 

Bis Anfang Dezember passiert nichts. Doch der Familienvater bleibt am Ball und kontaktiert erneut die MZ. Er stehe weiter mit seiner Tochter im Dunkeln, die Hoffnung auf ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk habe er aber nicht aufgegeben. Laut Pressesprecherin Anja Richter-Nowak hat die Stadtverwaltung den Auftrag zur Reparatur der Beleuchtung in der Rehainer Straße im Oktober der Firma Elektro Scholz aus Holzdorf erteilt.

 

Nach der Bauanlaufberatung ist geplant, dass Straßenbeleuchtungskabel und eine provisorische Beleuchtungsanlage bis Weihnachten zu errichten, heißt es im zweiten Schreiben.

 

b_tiefbauarbeiten_221218.jpg

 

Dann passiert alles im Expresstempo. Ein paar Tage vor dem Fest gehen gegenüber dem Grundstück der Familie die Laternen an. „Wie Flutlicht im Stadion. Hier können meine Jungs am Abend Fußball spielen“, sagt Krause scherzhaft, der sich zusammen mit Tochter Michelle bei der Stadtverwaltung für das gehaltene Versprechen bedankt. „Jetzt kann ich nach den Schulferien allein über die B 187 gehen“, erklärt die Zwölfjährige, die nun Warnweste und Taschenlampe liegen lassen kann.

Bürgermeister Michael Jahn (SPD) ist froh, dass die „dunkle Angelegenheit“ vom Tisch ist. „Am 19. Dezember konnte die wochenlang defekte Straßenbeleuchtung im Abschnitt der Sprint Tankstelle in der Rehainer Straße Richtung Wittenberg nach umfangreicher Reparatur wieder in Betrieb genommen werden.

Ein besonderer Dank gilt der Firma Elektro Scholz aus Holzdorf und der Tiefbaufirma Gerd Schliebener aus Grassau, welche kurzfristig nach Vorlage der Genehmigung durch den Landesbaubetrieb ein neues Erdkabel für fünf Lichtpunkte verlegt haben. Die alten defekten Lampen mit Betonmasten an der Bundesstraße wurden durch energiesparende LED-Straßenleuchten ersetzt“, heißt es in der Mitteilung des Bürgermeisters. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/leseraerger-in-jessen-stadt-haelt-gegebenes-versprechen-31783078

2018

 

https://www.mz-web.de/jessen/heideschule-holzdorf-viele-gaeste-beim--tag-der-offenen-tuer--30690352


 Die MZ Lobte unseren Tag der offen Tür


Holzdorf -

Thomas Döring steht am Eingang und begrüßt jeden Besucher persönlich. Plötzlich kommen ein paar Mädchen angerannt und melden dem Direktor der Heideschule Holzdorf, dass die Polizei im Anmarsch ist. „Keine Sorge. Es passiert nichts“, sagt Döring. Sekunden später trägt sich die Jessener Polizeikommissarin Claudia Krause in das Gästebuch ein und betont, dass sie gespannt auf den „Tag der offenen Tür“ sei.

Das Programm „Von A bis Z“ weckt ihre Neugier. Der Direktor erzählt, dass er sehr zufrieden mit seinen 49 Schülern ist. Diese haben sich zusammen mit den Lehrern in Vorbereitung auf das Fest „unendlich Mühe“ gegeben. „Es sind Kinder, die trotz ihres Handicaps beweisen wollen, dass sie etwas können“, fügt er erklärend an und schüttelt dem nächsten Gast die Hand. Die meisten der etwa 100 Besucher kennt er persönlich und bedankt sich für das Interesse an der Nachmittags-Veranstaltung.

 

Aufregung hinter Kulissen

Hinter den Kulissen des Festzeltes ist die Aufregung deutlich zu spüren. Die Darsteller des Programms haben Schwierigkeiten, still auf der Stelle zu stehen, alle Lehrer geben letzte Anweisungen. Döring weist in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass gelacht und geweint werden darf und die Darsteller sich über Applaus freuen. Diese legen sich nach der Vorstellung der einzelnen Buchstaben (A bis Z) gleich ins Zeug.


tdot2018.jpg


Das „A“ steht zum Beispiel für gute Atmosphäre in der Schule, „E“ für Engagement, „M“ für Motivation oder „R“ für die Einhaltung von Regeln. Nadine Helwig, die Lehrerin der Unterstufe/Mittelstufe ist, hat noch etwas Zeit. „Wir bauen zum Abschluss eine Personen-Pyramide“, sagt sie und verrät im gleichen Atemzug, dass ihre kleinen Artisten in jeder Sportstunde fleißig geübt haben. „Sie lieben Bewegung und sind daran interessiert, ihre motorischen Fähigkeiten zu schulen.“


b_festzelt_270618.jpg


Im Prinzip sei das Stellen einer Pyramide keine große Herausforderung gewesen. Angelika Siebenhaar (Lehrerin Berufsschulstufe) hat mit ihrer Gruppe das Programm eröffnet. Nach der Aerobic-Vorführung an Steppbrettern ist sie etwas außer Puste. „Mit meinen Schülern bin ich zufrieden, mit meiner Leistung eher nicht“, bekennt Angelika Siebenhaar.

Denn es sei nicht einfach, immer den Rhythmus zu halten. „Wir sind keine Perfektionisten. Selbst bei den Profis im Fitness-Studio läuft nicht alles glatt.“ Mit den Kindern hat sich die Lehrerin etwa zwei Wochen auf den großen Auftritt vorbereitet.


b_aerobic_270618.jpg

Glücklicher Direktor

Das Programm bietet von Gesang über Show bis Tanz die ganze Palette bester Unterhaltung. Als das Lied der Muppets „Mahna Mahna do do do do do“ von drei Darstellern aus Mülltonnen heraus eigenwillig interpretiert wird, geht das Publikum beschwingt mit und spendiert heftig Szenenapplaus. Schulleiter Döring bemerkt diesmal schon mit Tränen in den Augen, wie stolz er auf alle Mitwirkende ist.

 

Sein Dank gilt auch der Bundeswehr Holzdorf, die am Grillstand werkelt, und dem örtlichen Heimatverein, der das Festzelt zur Verfügung gestellt hat. „Da wir keine Aula haben, müssen wir mit größeren Veranstaltungen ins Freie ausweichen. Das ist ein Zelt dieser Größe fast Gold wert.“



b_muppet_song_270618.jpg


lassenlehrerin Nadine Helwig schnappt sich das Mikrofon und arbeitet sich weiter durch das Alphabet. „G wie guter Unterricht und H wie handlungsorientiertes Lernen sind wichtige Bestandteile unserer Arbeit. I wie Individualität schließt das gesamte Individuum mit ein. Mit allen Stärken und Schwächen. Wir berücksichtigen dabei die individuellen Bedürfnisse, Ressourcen und Entwicklungsstände.


Die Klassenstufe eins zieht die Gäste mit ins Programm. Wer das mit Klangkörpern interpretierte Lied errät, bekommt einen Preis. Die Erwachsenen bekommen „Freude, schöner Götterfunken“ vom berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven zu hören. Lehrerin Gabriela Kuster (Klasse eins) ist immer mittendrin. Beim Singen und Tanzen, als Dirigentin. Alle Proben, sagt sie, laufen bereits seit mehreren Wochen. Die Kinder sind sehr aufgeregt gewesen. Doch sie haben versucht, beim „Tag der offenen Tür“ ihr Bestes zu geben. Wichtig sei, dass die Schüler ihr Programm schön finden. Sie haben Lust an der Bewegung und tanzen gern.Nach dem letzten Auftritt ist Schulleiter Döring sichtlich gerührt. „Ich ziehe meinen Hut vor dem gesamten Team“, sagt er und fügt an, dass es „äußerst bemerkenswert“ ist, welche Leistungen seine Kollegen aus den Kindern herauskitzeln. Mit diesem tollen Programm muss sich die Heideschule vor zum Beispiel einem Gymnasium nicht verstecken. „Bei der Darstellung des Muppet-Lieds habe ich mich fast schlapp gelacht“, so der Chef.

b_thomas_doering_270618.jpg

20.12.18 - Kurzweilige Stunde vor Weihnachten

b_fee_201218.jpg

 

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit laden Schüler und Lehrer der Holzdorfer Heideschule zu einem Theaterstück in ihr Haus. Am Montag waren die Sponsoren und anderen Unterstützer der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung eingeladen, am Dienstag dann die Eltern und andere Verwandten der Schüler.

 

b_heideschule_ohrfeige_201218.jpg

 

Das Spiel um Dornröschen hatten sie sich vorgenommen. Seit September haben sie eifrig geprobt: König und Königin, Carmen Böttcher und Petra Hinz, die böse Fee, Sonja Sprößig, aber auch die Schüler vom Kunstkurs Nico Wüst, Selina Henschel, Patrick Lehmann und Jasmin Kegel.

 

b_portraetbild_201218.jpg

 

Die Fee war hier als zentrale Figur angelegt, und Sonja Sprößig brachte das Publikum an so mancher Stelle zum Lachen.

 

b_prinz_201218.jpg

 

Ins bekannte Stück hatten die Akteure von der Heideschule auch die eine oder andere Anspielung an die modernen Zeiten eingefügt. So wurde es eine amüsante und kurzweilige Stunde. (mz/ka)

 

https://www.mz-web.de/jessen/heideschule-holzdorf-kurzweilige-stunde-vor-weihnachten-31773692

 




Datenschutzerklärung