14.12.19 Weihnachtsmann und Frau Holle versöhnt zum Fest

Schüler und Lehrer der Heideschule Holzdorf Ost zeigen ein Märchenspiel mit viel Witz.

b_frau_holle_und_der_weihnachtsmann_131219.jpg

 

https://www.mz-web.de/jessen/heideschule-holzdorf-weihnachtsmann-und-frau-holle-versoehnt-zum-fest-33613618#no

29.11.19 Schulneubau in Jessen - Der Richtkranz wurde aufgesetzt

schulneubau01.jpg

 

Beim nächsten Treffen in so großer Runde steht die Einweihung an. Das stellt Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) beim Richtfest auf der neuen Jessener Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Aussicht. Ende Oktober 2020 soll der Ersatzneubau für die Heideschule Holzdorf-Ost fertig sein. „Ich blicke schon mit Freude auf die Einweihungsfeier im nächsten Jahr.“

Die nächsten Arbeitsschritte sind klar benannt. Das Flachdach ist jetzt aufzubringen. Bis zum Jahresende soll das erledigt sein. Dann steht der Innenausbau in dem zweigeschossigen Gebäude an. Hier werden auch, wie bei den vorangegangenen Arbeiten, Firmen aus dem Landkreis Leistungen erbringen, so aus Kemberg, Wittenberg, Bad Schmiedeberg und Jessen,

Welcher Raum ist für welche Funktion vorgesehen? Um hierzu Auskunft zu geben, muss Fachdienstleiterin Ines Behrens in keinen Plan schauen. Sie geht nach dem kurzen Zeremoniell mit dem amtierenden Schulleiter Stephan Noack und Lehrerin Nadine Helwig durch einige der Räume in dem Rohbau. „Das wird die Aula“, sagt Ines Behrens. Auch auf die künftige Töpferei und den Werkenraum weist sie hin.

Stephan Noack gleicht gedanklich schon mal ab, wie die praktische Nutzung erfolgen könnte. Er denkt laut darüber nach, ob vielleicht noch Trennwände eingezogen werden sollten, um zwei Klassen gleichzeitig in den Fachkabinetten unterrichten zu können. „Darüber werden wir noch mal mit dem Planer sprechen.“

 

Besichtigung im Frühjahr

 

Beim ersten Spatenstich am 18. Juni dieses Jahres und bei der Grundsteinlegung am 20. August waren Mädchen und Jungen der Heideschule anwesend. Doch in der jetzigen Bauphase und den möglichen Gefahren auf dem Areal sei davon abgesehen worden, informiert Ines Behrens. Der Landrat hat aber angeboten, dass die Schüler im kommenden Frühjahr ihr künftiges Domizil ausführlich vorgestellt bekommen. Ein Termin für den besonderen Baustellenbesuch der künftigen Nutzer wird dann rechtzeitig vereinbart.

Jürgen Dannenberg erinnert daran, dass der Jessener der erste Schulbau in Sachsen-Anhalt ist, der mit Fördermitteln aus dem Stark-III-Programm für die energetische Sanierung und Modernisierung von öffentlichen Gebäuden und Infrastrukturen errichtet wird. Der Landkreis habe insgesamt sechs Anträge gestellt, um finanzielle Unterstützung aus diesem Fördertopf zu erhalten. „Wir haben für alle eingereichten Projekte Förderzusagen erhalten. Dieser Erfolg macht mich stolz.“

 

schulneubau02.jpg

 

Der Zeitplan auf der Baustelle ist eingehalten, Parkplätze und Teile von Grünanlagen dort herum sind bereits fertig. Sie informiere sich regelmäßig über den Baufortschritt in Jessen, sagt Ines Behrens.
Ein langer Weg

Bemühungen um einen Ersatzneubau für die jetzt genutzte Heideschule in Holzdorf-Ost laufen schon lange. Nach einer geeigneten Fläche wurde bereits seit 2014 gesucht, 2016 sei die Entscheidung für Jessen gefallen. In jenem Jahr hatte die Kreisverwaltung auch die Antragsunterlagen eingereicht. Den Zuwendungsbescheid über die Fördermittel von 2,55 Millionen Euro bekam der Kreis Anfang Februar 2018. An Eigenmitteln sind 990 000 Euro aufzubringen.

Begründet wird der Umzug unter anderem damit, dass sich Holzdorf-Ost an der Peripherie des Landkreises befindet. Das erfordere einen „zeitintensiven Pendel- und Zubringerverkehr“. Der sei für die Kreisverwaltung mit hohen Kosten verbunden. Der Neubau in Jessen, geplant für 50 Schüler, ist zentraler gelegen. „Im Gewerbepark in Jessen bieten sich für Schülerinnen und Schüler außerdem bessere Möglichkeiten der sozialen Integration“, argumentiert die Kreisverwaltung, etwa durch die Nähe zur Behindertenwerkstatt des Augustinuswerks. Sie befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft.
Möglichst sparsam und effektiv

Der Landkreis Wittenberg als Bauherr strebt bei dem Bauvorhaben nach eigenen Angaben innovative Lösungen an. Die Nutzung erneuerbarer Energien sei entsprechend des Gesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich geplant. Da sich in unmittelbarer Nähe ein Biomassekraftwerk befindet, ist vorgesehen, die Wärme für das Schulhaus von dort zu beziehen. „Die Gebäudetechnik wird den Anforderungen der Nutzung erneuerbarer Energien und dem sparsamen und effektiven Energieeinsatz gerecht. Der Multifunktionsraum erhält eine Be- und Entlüftungsanlage mit hochwirksamer Wärmerückgewinnung“, heißt es in einer Presseinformation. „Die Einrichtung wird überwiegend mit energiesparender LED-Beleuchtung ausgestattet.

 

Die Barrierefreiheit ist für alle Räume gegeben. Durch die Erschließung der Etagen mit dem Aufzug und der Anordnung der Behinderten-WC in jeder Etage ist die Nutzung des gesamten Gebäudes behindertengerecht.“ Der Zuschnitt der Klassenräume in Verbindung mit den Gruppenräumen ermögliche in dem Schulkomplex den lernbehinderten Mädchen und Jungen ein optimales Schulleben, welches die Schulbetreuung mit der sozialen Betreuung vereine. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/schulneubau-in-jessen-der-richtkranz-wurde-aufgesetzt-33538260

14.11.19 Schulleiter in Seyda und Holzdorf gesucht - Warum niemand Chef werden will

Neues Schuljahr, altes Problem. Die Chefsessel in der Grundschule Seyda und der Heideschule Holzdorf sind weiter unbesetzt. Gabriele Bösel (Referentin Grund- und Förderschulen, Bereich Süd) vom Landesschulamt hat langsam das Gefühl, sich im Kreis zu drehen.

 

„Beide Stellen sind ausgeschrieben“, sagt sie, doch in puncto Bewerbungen herrscht zumindest beim Standort Seyda Flaute. „Es gibt keine Anfragen“, betont die Referentin, die schon unzählige Gespräche geführt hat, um Lehrer für den Posten auf dem Land zu begeistern.
Anruf sehnsüchtig erwartet

Die Stelle ist für 27 Stunden Vollzeit (davon 19 Unterricht) ausgeschrieben. Vom Anforderungsprofil jung, engagiert und verwurzelt mit der Region hat sich Gabriele Bösel längst verabschiedet. Dies sei reines Wunschdenken.

Trotzdem hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass irgendwann das Telefon klingelt und sie im Nachgang ein Gespräch mit einem potenziellen Bewerber führen kann. Die Verwaltung der Bildungseinrichtung hat die Grundschule „Max Lingner“ aus Jessen übernommen.

 

„Wir regeln zum Bespiel Dinge mit dem Schulamt, kümmern uns um Statistiken, Zeugnisse oder neue Bestimmungen“, erzählt die stellvertretende Direktorin, Silke Schramm, die neben Martina Nowack (Grundschule Schweinitz) das Kommando in Seyda auch schon ein Jahr kommissarisch geführt hat.

Die Jessenerin betont, dass die Zusammenarbeit mit dem dortigen Kollegium seit Beginn des Schuljahres reibungslos läuft. „Es wäre der Schule zu wünschen, dass sich jemand für den Chefposten findet.“

Die Vorsitzende des Schulelternrats, Maren Siegel, betrachtet die leidige Geschichte mit einer großen Portion Realismus. Junge und gut ausgebildete Lehrer wollen nicht aufs Land. Höchstens, wenn der Posten sehr gut bezahlt ist.
Bewerbung wie ein Lottogewinn

Kommissarisch darf trotz der aktuellen Bewerbungsflaute aber nicht zur Dauerlösung werden. „Lehrermäßig sind wir gut aufgestellt. Wir haben auch eine tolle pädagogische Mitarbeiterin an der Schule“, so Maren Siegel, die mit den neuen Arbeitsgemeinschaften Töpfern und Basteln („Wir“-Verein) noch eine positive Nachricht verkündet.

Aus Holzdorf dringt zumindest ein Lichtstrahl durch den dunklen Horizont. „Es gibt eine Bewerbung für die Heideschule“, verkündet die Referentin des Landesschulamtes wie einen Lottogewinn. „Mehr kann ich dazu nicht sagen“, baut sie den Spannungsbogen weiter auf.

 

Seit dem Tod von Thomas Döring im November 2018 hat Stephan Noack die Leitung der Förderschule kommissarisch übernommen. Der 44-Jährige betont, dass er nicht „der Bewerber“ ist, sondern sich noch in der Findungsphase befindet. Die Personalstärke sei sehr ordentlich, die Kollegen seien solide ausgebildet. „Ich gebe mir noch bis zum Ende des Jahres Zeit. Dann fällt eine Entscheidung“, sagt Noack, der seinen Posten nur als Übergangslösung ansieht. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/schulleiter-in-seyda-und-holzdorf-gesucht-warum-niemand-chef-werden-will-33460528

13.11.19 Martinsfest in Holzdorf - Krönender Abschluss

martinsfest01.jpg

 

Thomas Greumuß macht mit einem Gasbrenner das Feuer an und blickt dabei ganz wehmütig in die Flammen. Der Hausmeister der Heideschule Holzdorf geht wie viele Besucher der Veranstaltung davon aus, dass es das letzte gemeinsame Martinsfest mit der Kindertagesstätte „Am Wald“ und der Evangelischen Grundschule des Ortes ist. „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, sagt er und zeigt dabei in die Runde.

 

Die Kinder der drei Einrichtungen toben über den Spielplatz, das Gelände mit dem integrierten Waldstück biete eine tolle Atmosphäre. Den neuen Standort der Schule im Jessener Gewerbegebiet bewertet er mit „nicht optimal“. In seinem Heimatort Prettin gibt es wesentlich schönere Grundstücke. „Ich ziehe aber mit um. Die können mich doch hier nicht allein zurücklassen“, meint er und brennt das zweite Feuer an, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Holzdorf mit bewachen.

 

Drei Lichtsymbole

 

Jürgen Rettel, pädagogischer Mitarbeiter an der Evangelischen Grundschule, und Lehrerin Anne Wolf stellen Gläser auf und platzieren darin Teelichter. „Wir gestalten Krone, Mond und Stern. Zum letzten Mal soll es richtig schön werden. Wir setzen der Veranstaltung sozusagen die Krone auf“, sagen sie und erzählen, dass die leeren Konservengläser das Ergebnis einer umfangreichen Sammelaktion sind.

Erzieherin Simone Weisbrodt von der Kita „Am Wald“ hilft dem Duo beim Aufstellen der drei Lichtsymbole. Sie findet es sehr schade, dass vor Ort eine Tradition wegbrechen wird. „Es war stets eine tolle Zusammenarbeit und es hat Spaß gemacht. Mit den Vorschulkindern sind wir immer zum gemeinsamen Gottesdienst in die Evangelische Kirche gegangen.“

 

Die Geschichte um den Heiligen Martin habe im Vorfeld des Festes in der Kita auf dem Programm gestanden. Im Nachgang sei es um Spielzeug teilen gegangen. „Wir haben nichts kaputt gemacht oder zerteilt. Es ging um die Weitergabe an ein anderes Kind.“

Die Direktorin der Evangelischen Grundschule, Betty Riedel, betont, dass alle kirchlichen Feiertage, die über das Jahr hinweg stattfinden, mit allen Kindern ausführlich besprochen werden. Der Martinstag sei mit dem bereits erwähnten Gottesdienst eingeläutet worden. „Wir wollen den Kindern aber nicht immer die gleichen Geschichten erzählen“ sagt sie und erteilt ihren Schützlingen das Wort.

 

martinsfest02.jpg

 

Diesen hat die Parabel von einem Mann, der in der Not Gottvertrauen mit Sturheit verwechselt, prima gefallen. Gott sagen sie, habe ihm bei Hochwasser die Feuerwehr sowie ein Rettungsboot geschickt, doch dieser hat keinen Strohhalm ergriffen und ist im Endeffekt ertrunken.

Erst als Gott dem Mann erklärt, dass er seine Gebete erhört und Hilfe geschickt hat, sei dem Ertrunkenen ein Licht aufgegangen. Beim Thema letztes Martinsfest auf dem Gelände der Heideschule wirkt Betty Riedel sehr nachdenklich. „Prinzipiell ist wichtig, Traditionen am Leben zu erhalten. Ich kann die Frage aber nicht beantworten, ob wir 2020 nach Jessen fahren.“
Zwiespältige Gefühle

Stephan Noack, der als kommissarischer Leiter der Heideschule Holzdorf eingesetzt ist, schnappt sich das Mikrofon und eröffnet die Veranstaltung. Der 44-Jährige betont, dass ab jetzt ein Abschied in Raten stattfindet und er das Objekt im Herbst 2020 mit einem weinenden und lachenden Auge verlassen wird.

 

martinsfest03.jpg

 

Die Lage in Holzdorf sei zwar fantastisch, andererseits steht dem Lehrerkollegium in Jessen eine topmoderne Schule zur Verfügung. Die Lage Gewerbegebiet biete den Vorteil, sich in den Betrieben vorzustellen, um auf dem kurzen Dienstweg den einen oder anderen Praktikumsplatz zu bekommen.

Lehrerin Ina Nipkow, die den Töpferkurs leitet, sieht dem Umzug skeptisch entgegen. „In ein Industriegebiet zu ziehen, geht gar nicht“, sagt sie. Die Kinder aus einem gewachsenen Umfeld herauszureißen, ebenfalls nicht. Außerdem biete das neue Gebäude nicht mehr Kapazitäten. Die Stücke aus dem Töpferkurs gehen weg wie warme Semmeln.

 

martinsfest04.jpg

 

„Die Kinder bringen auch ihre eigenen Ideen ein“, sagt sie und kassiert den nächsten Kunden ab. Zwei Räume weiter betreut Rita Möbius den Flohmarkt. An der Tür ist ein Schild angebracht, dass jeder den Betrag für das gekaufte Stück selbst festlegt.

 

„Alles gesammelte Werke. Das Geld benötigen wir für unseren neuen Spielplatz“, sagt sie. Der Umzug nach Jessen ist auch hier Diskussionsthema. Die Minuspunkte laufen den Pluspunkten eindeutig den Rang ab. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/martinsfest-in-holzdorf-kroenender-abschluss-33458196

21.08.19 - Grundsteinlegung in Jessen: Eine aufregende Zeit für Heideschüler

b_huelse_210819.jpg

 

„Die Vorfreude auf die neue Schule schwingt bei allen mit. Der Umzug rückt näher“, sagt Stephan Noack, amtierender Leiter der Heideschule Holzdorf. Nach dem Baustart mit dem ersten Spatenstich am 18. Juni in Jessen kann gut zwei Monate später, am Dienstagvormittag, der Grundstein für die neue Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung gelegt werden.

 

Die neue Bildungsstätte ist die erste im Land Sachsen-Anhalt, die mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Stark-III-Programm errichtet wird.
Wandel beobachtet

Viel hat sich auf der Fläche im Gewerbegebiet Jessen verändert. Das sei eine aufregende und spannende Zeit, stellt Stephan Noack fest, für ihn, für seine Kollegen, natürlich die Schüler und deren Eltern. Er ist sich sicher, dass einige von ihnen bereits zur Baustelle am Ortsausgang von Jessen in Richtung Wittenberg gefahren sind. Sie haben gesehen, dass es zügig voran geht. Am Dienstag hat es die Bestätigung gegeben, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen. Der Umzug ist für den Herbst 2020 vorgesehen.

„Was lange währt, wird endlich gut“, stellt Noack fest. Überlegungen zu einem Ersatzneubau für das Gebäude in Holzdorf-Ost habe es schon seit acht oder neun Jahren gegeben. Die einstige Kindertagesstätte, die im September 1991 als Förderschule eröffnet wurde, weist einige Defizite auf.

 

b_bildungseinrichtung_210819.jpg

 

Das Haus ist nicht behindertengerecht und entspricht in der Anordnung der Gebäudeteile nicht den heutigen Erfordernissen an so eine Einrichtung, ebenso bei den energetischen Anforderungen. Jessens Bürgermeister Michael Jahn (SPD) erinnert daran, dass einer seiner Söhne in der Kindertagesstätte in dem Haus betreut wurde. Dann kamen 1989/90 die politischen Änderungen, die auch in der Wohnsiedlung Holzdorf-Ost zu einem Strukturwandel führten. Leute zogen weg, Wohnblöcke wurden abgerissen, Kindereinrichtungen und Schulen geschlossen.

Ursprünglich war mal vorgesehen, dass am neuen Standort in Jessen ein Produktionsbetrieb entsteht, aber auch hier haben sich Ziele geändert, so Jahn. Die neue Förderschule bekommt in Nachbarschaft von der Zweigwerkstatt des Augustinuswerkes und der DRK-Tagespflege ihren Standort.

 

„Das Bauwerk reiht sich hier wunderbar ein.“ Als die Hülse, die in das Fundament eingelassen wird, neben anderen von Kimberly Hinz und Nico Wüst aus der Berufsschulstufe der Heideschule gefüllt wird (mit Bauplan, Foto der Heideschüler, Arbeiten aus der Keramikwerkstatt und einer MZ), ist auch eine Gedenkmünze mit dem Motiv „Das tapfere Schneiderlein“ dabei.

 

b_versenkt_210819.jpg

 

Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) ist der Ansicht, dass gerade dieses Märchen gut zu dem Bauvorhaben in Jessen passt. Das tapfere Schneiderlein musste verschiedene Aufgaben erfüllen, ehe es am Ziel war. Im Märchen ist es die Hochzeit mit der Königstochter, in Jessen ist es das Fertigstellen der Förderschule. In beiden Fällen ist der Weg zum Erfolg nicht einfach.
Fördergeld 2018 bewilligt

Bereits vor fünf Jahren hatte die Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Ersatzneubau begonnen. Von 2016 an bemühte sich die Kreisverwaltung um Fördermittel, die schließlich im Februar 2018 vom Land bewilligt wurden. 3,6 Millionen Euro, einschließlich Fördermittel, wird der Neubau wahrscheinlich kosten.

Das zweigeschossige Schulhaus soll über sieben Unterrichtsräume sowie Gruppenräume, drei Fachunterrichtszimmer und eine Aula verfügen. Da wird nach dem Einzug wohl auch die neue Schulhymne zu hören sein, die am Dienstag auf der Baustelle erklingt. „Wir sind die Schule, die es nur einmal gibt und die bald in Jessen liegt“, heißt es darin.

 

Was mit dem jetzt genutzten Haus in Holzdorf-Ost geschieht, ist noch nicht entschieden, sagt der Landrat. Wenn sich das Objekt nicht verkaufen lässt, wird das Gebäude wohl abgerissen. Über die künftige Nutzung des großzügigen Gartens ist dann auch nachzudenken.

 

https://www.mz-web.de/jessen/grundsteinlegung-in-jessen-eine-aufregende-zeit-fuer-heideschueler-33042304

 

05.07.19 Tränenreicher Abschied

 

b_ausschulung_050719.jpg

 

Mit einer Mischung aus Wehmut und Freude wurde Sebastian Thieme aus der Heideschule in Holzdorf verabschiedet. Eingeschult in der Sonnenscheinschule in Wittenberg, wechselte er im Oktober 2007 nach Holzdorf. Nach fast zwölf Jahren wurde der 19-jährige nun feierlich mit der Berufsschulstufe zwei ausgeschult.

 

„Aus dem kleinen Sebastian ist ein großer Junge, ein Mann geworden“, sagte Schulleiter Stephan Noack über den Absolventen, an dem er besonders seinen Fleiß und seine Zuverlässigkeit schätze.

„Ich hoffe wir haben dir das nötige Rüstzeug für dein weiteres Leben gegeben“, fügte Noack hinzu. Im Anschluss an die Rede des Schulleiters, haben die Jungen und Mädchen das Zepter in die Hand genommen, um ihren Mitschüler mit einem Programm gebührend zu verabschieden.

 

b_programm_050719.jpg

 

Nachdem einige Schüler mit Klanghölzern musiziert haben, trugen Alexander und Nico aus der Oberstufe ein Gedicht für Sebastian vor. Im Anschluss hatte der Theaterchor Tanz seinen Auftritt zum Lied „Despacito“. Damit haben die Schüler auch noch einmal einen kleinen Auszug aus dem Programm zum Tag der offenen Tür Ende Juni gezeigt.

Rund 150 Gäste waren an dem Tag bei einer „Gluthitze“ gekommen, erzählt Noack. Unter dem Motto „Stars und Sternchen“ wurde auf dem Schulhof den ganzen Nachmittag gefeiert.

 

Neben einer Hüpfburg und Informationsständen von verschiedenen Organisationen, gab es unter anderem auch einen Töpferbasar sowie Kaffee und Kuchen für die Gäste und Schüler.
Trampolin für neue Schule

Und nicht zu vergessen: die Verlosung. Damit wurde schon mal Geld gesammelt für das künftige Highlight am Neubau der Schule. Im Juni war der Spatenstich für das neue Schulhaus der Heideschule im Gewerbepark Jessen. Auf dem Schulhof soll es künftig ein in den Boden eingelassenes Trampolin geben.

Schon 2008 sei ein Umzug der Schule aus dem jetzigen Gebäude im Gespräch gewesen, erklärt Stephan Noack. „Wir freuen uns darauf, dass dann alles modern und behindertengerecht ausgebaut ist“, ergänzt der Schulleiter. Bei den Planungen hält die Schule regelmäßig Rücksprachen mit den Verantwortlichen. Noack hofft nun, dass das neue Haus im Laufe des Schuljahres 2020/21 bezogen werden kann.

Mit der Verlegung des Standortes in das Gewerbegebiet plant er Partnerschaften zur benachbarten Behindertenwerkstatt und zum DRK aufzubauen. Auch freut er sich auf die große Aula, die im jetzigen Gebäude fehlt. Jetzt, so Noack, steckt er aber erstmal mitten in den Vorbereitungen für das nächste Schuljahr. Sebastian Thieme wird das als Schüler der Heideschule nicht mehr erleben.

Er wird, so seine Klassenlehrerin Daniela Kösterke, wahrscheinlich eine unterstützte Beschäftigung beim Internationalen Bund erhalten. „Gib jeden Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu werden“, gibt sie Sebastian in ihrer Rede mit auf dem Weg.
Großer Trennungsschmerz

Beim Überreichen des traditionellen Geschenkes, einen Wanderstock, welcher ihn durch sein Leben begleiten soll, ist der Schulabgänger sichtlich gerührt. Bei aller Freude mit und für Sebastian liegt bei der Feier aber auch etwas Trauer in der Luft. Bei seinen Mitschülern kullern ein paar Tränen während der Verabschiedung. „Hier hab ich meine Freunde gefunden und die beste Lehrerin“, erzählt Sebastian Thieme, bevor er Daniela Kösterke mit Tränen in den Augen noch einmal um den Hals fällt. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/heideschule-holzdorf-traenenreicher-abschied-32809512

19.06.19 - Sechsfacher Spatenstich in Jessen Baustart für neue Förderschule

b_spaten_190619.jpg

 

Im Gewerbegebiet erfolgt der erste Spatenstich für eine Bildungseinrichtung mit Schwerpunkt geistige Entwicklung. Es war kein einfacher Weg bis zu diesem Tag.
Welche Erwartungen haben die Kinder an die neue Einrichtung?

 

Als Generalplaner Tilo Feldmann die Zeichnungen hervorholt, auf denen zu sehen ist, wie die neue Förderschule in Jessen mal aussehen soll, ist er gleich dicht umringt. Mädchen und Jungen der Heideschule Holzdorf, der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, sollen im nächsten Jahr im Herbst in den Schulneubau, den ersten seit etlichen Jahren im Landkreis Wittenberg, einziehen können. Da wollten sie ganz genau wissen, worauf sie sich freuen können.

 

Welche Räume werden zur Verfügung stehen? Wo befindet sich der Eingang? Was ist in der oberen Etage des zweigeschossigen Bauwerks untergebracht? Das Baufeld in Nachbarschaft der Zweigwerkstatt des Augustinuswerkes ist abgesteckt. Etwas Mutterboden wurde bereits bewegt, auch beim offiziellen ersten Spatenstich am Dienstagvormittag.
Suche nach geeignetem Platz

Der Weg bis dahin war kein einfacher, lässt Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) deutlich werden. Bereits vor fünf Jahren habe die Suche nach einem geeigneten Grundstück begonnen. Zwar sei die Heideschule in Holzdorf schön gelegen, aber es handele sich um einen DDR-Plattenbau, der als Kindergarten errichtet wurde.

Die Anordnung der Gebäudeteile sowie die Konstruktion entsprächen nicht den heutigen energetischen Anforderungen. Das Gebäude ist nicht behindertengerecht. Rollstuhlfahrer gelangen nur über einen Treppenlift in einem der beiden Treppenhäuser in das Obergeschoss. Aufgrund des Zustands dort sei es Zeit für etwas Neues, so der Landrat.

 

b_zeichnungen_190619.jpg

 

Aus seiner Sicht sei der neue Standort günstiger, vor allem werde er behindertengerecht. Die Schulwege für die Mädchen und Jungen verkürzen sich. In der Nachbarschaft befinden sich die DRK-Tagespflege und die Zweigwerkstatt des Augustinuswerkes. Eine Sporthalle könne genutzt werden. Die Integration der Mädchen und Jungen sei in Jessen einfacher als in Holzdorf, ist der Landrat überzeugt.
Zusage über Fördermittel

Bereits seit 2016 hat sich die Kreisverwaltung Wittenberg als Bauherr um Fördermittel bemüht. Finanzminister André Schröder (CDU) überbrachte am 1. Februar 2018 den Zuwendungsbescheid, es war der erste aus dem Stark-III-Förderprogramm für eine Förderschule im Land.

Die Baugenehmigung liegt seit Dezember 2018 vor. Wenn das Wetter günstig ist und es bis Dezember keinen Frost gibt, dann sollte laut Tilo Feldmann vor Weihnachten das Dach auf dem Flachbau aufgebracht sein und im Januar könnten die Innenarbeiten starten. Als Fertigstellungstermin ist Ende Oktober 2020 genannt. Die Gesamtkosten sind derzeit mit 3,6 Millionen Euro veranschlagt.

„Wir freuen uns auf die neuen Bedingungen“, sagt Nadine Helwig, Lehrerin in der Mittelstufe an der Heideschule Holzdorf. Dort lernen derzeit 54 Mädchen und Jungen. Jessens Bürgermeister Michael Jahn (SPD) weiß, dass es den Kindern aufgrund des großen Gartens nicht leicht fallen wird, Holzdorf-Ost zu verlassen.

Doch er ist sich sicher, dass sie schnell in Jessen heimisch werden und in dem Neubau Freude haben. Vom Landrat konnte er die Zusage mitnehmen, dass die Kreisverwaltung in diesen Tagen das Geld für das von der Kommune gekaufte Grundstück überweise. Jürgen Dannenberg nahm von der Baustelle auch einen Auftrag in die Kreisverwaltung nach Wittenberg mit.

Sowohl vom Personal der Heideschule als auch vom Augustinuswerk wurde angeregt, dass künftig Linienbusse in der Nähe beider Einrichtungen in Jessen halten. Das sollte geprüft werden. (mz)

 

https://www.mz-web.de/jessen/sechsfacher-spatenstich-in-jessen-baustart-fuer-neue-foerderschule-32725266

 




Datenschutzerklärung